Die Kardinalschnitte ist ein absoluter Klassiker. Früher – wie ich noch nicht in der Backstube gestanden bin, hat sich meine Mutter vom Konditor gern eine Kardinalschnitte bestellt. Deswegen war es für diesen Muttertag meine Herausforderung eine perfekte Kardinalschnitte zu zaubern.
Dabei muss ich zugeben, dass ich noch nie in meinem Leben eine Kardinalschnitte gegessen habe: ich mag nämlich keinen Kaffee!
Ich habe mich also an die Böden gemacht und ich verheimliche nicht, dass es schwieriger war als erwartet. Ich wusste nicht, dass ich da 2 verschiedene Böden mit 2 verschiedene Tüllen spritzen muss. Ich wusste eigentlich gar nicht wie die Böden am Schluss aussehen mussten und das schlimmste war: der Boden ist sehr empfindlich und mein neuer Ofen ist offensichtlich zu aggressiv. Bei den Einstellungen des Rezeptes verbrannte mir der Boden !!! und ich musste von vorne beginnen.
Aber – schlussendlich – hat es sich ausgezahlt und die Schnitte ist sehr lecker geworden. Ich hoffe dass ich euch mit meiner Erfahrung – und auch Bildern – das Backen der ersten Kardinalschnitte etwas erleichtern kann 🙂
Zubereitung
Ofen auf 170 Grad Umluft vorheizen (Ich habe es mit Ober-/Unterhitze probiert und mir ist der Boden verbrannt).
Es werden 2 verschiedene Bodenmassen erstellt. Dafür die Eier trennen.
- Das Eiweiß mit 1 Prise Salz, 50g Zucker und 8 Stärke aufschlagen (Eiweiß kurz aufschlagen und wenn sich der erste Schaum gebildet hat, können die Zutaten hinzugefügt werden). Dann die Eiweißmasse in einen Spritzbeutel mit einer ca 1cm großen Tülle geben.
- Der Dotter wird mit 20g Zucker und dem Abrieb einer 1/2 Zitrone aufgeschlagen. Die Masse sollte wirklich 10 Minuten geschlagen werden – ihr werdet sehen, das macht einen großen Unterschied in der Konsistenz! Dann wird das Mehl (30g) mit einer Spachtel untergehoben. Die Masse nun in einen Spritzbeutel mit einer etwas kleineren Tülle füllen (8mm).
Nun werden die 2 Bodenmassen auf dem Backpapier aufgespritzt. Bevor ich lange erkläre kommen hier am besten 2 Fotos:

Zuerst also 3 Eiweißstreifen der Länge nach aufs Backpapier spritzen. Dabei wird ca 1cm freigelassen. Es entstehen 2 Böden (einer dient später als Torten Deckel) – also werden insgesamt 6 Streifen gespritzt. Dann kommt die Dotter-Masse – sie wird in die Innenräume der Eiweißstreifen gespritzt.
Jetzt wird nur noch ein bisschen Staubzucker über die Massen gestreut und das Blech in den Ofen gestellt. Für ca 30 Minuten sollen die Böden nun gebacken werden. Mein Tipp: seht nach 20 Minuten immer wieder nach, ob er schon goldbraun gebacken ist. Gut auskühlen lassen. (Nach dem rausstellen aus dem Backrohr werden die Böden sehr hart – keine Sorge, wenn sie ausgekühlt sind, sind sie wieder fluffig 🙂 )
Für die Creme werden die Gelatineblätter und 35g Zucker im heißen Espresso aufgelöst und auf Zimmertemperatur ausgekühlt. Nun das Obers steifschlagen. Den Espresso vorsichtig unter den Schlag heben. Jetzt kann die Creme auf einem den Tortenboden verteilt werden. Der andere Tortenboden wird dann als Deckel hinaufgesetzt.
Um seitlich eine schöne glatte Creme zu bekommen, habe ich sie mit doppelten Backpapier fixiert und glattgestrichen. Das funktioniert nur wenn die Creme steif genug ist. Wenn du das Gefühl hast, dass ist nicht der Fall – gib die Creme einfach für 30 min in den Kühlschrank, dann müsste die Gelatine schon ein bisschen angezogen haben.
Nun wird die Torte die Nacht im Kühlschrank verbringen – bis sie hinausgeholt wird, in 7 schöne Stücke geteilt und genossen wird 🙂
Viel Spaß beim Backen!
Lg Lisa

;)
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